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Der "Sibley-Rock" Dolmen

GPS-Coordinates: (WGS84)
N44 49.483
W63 31.945

Der Winter 2002 war besonders lang. Bis spaet in den Maerz hinein war die Landschaft mit Schnee bedeckt. Als die ersten warmen Tage mitte April sich endlich blicken liessen, machte ich mich mit meinem Camper und der sonstigen Ausruestung auf den Weg die Menhire zu finden und zu dokumentieren. Am Wochenende des 12. April 2002 war ich - nach 250km Fahrt - laut GPS Koordinaten dann "nur" etwa 3 km Luftlinie von dem Dolmen entfernt, der als Sibley Rock (Der Name eines Waldarbeiters - Mr. Sibley) bezeichnet wird.
Der Megalith war Mitten im Wald gelegen. In Nova Scotia heisst "Wald" Urwald von der dichtesten Sorte. Die Waelder Nova Scotias sind dabei so dicht, dass nach etwa 200m kein Fortkommen mehr ist. Siehe naechstes Bild.

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2 Stunden lang kaempfte mich etwa 1 km in den Wald. Einen wichtigen Ausruestungsgegenstand hatte ich vergessen: Eine Machete. Der Wald und das Gestruepp war so intensiv, dass ich Schwierigkeiten hatte den Himmel (!) zu erkennen. Auch war das Gebiet so sumpfig, dass man aufpassen musste nicht steckenzubleiben oder gar zu versinken. Ohne
GPS Geraet (und Ersatzbatterien!) ist man hier hoffnungslos verloren, man hat nahezu keine Chance jemals mehr aus dem Wald herauszufinden. Jeder, der meint der Film "The Blair Witch Project" sei uebertrieben, irrt gewaltig!
Nun fing es auch noch heftigst zu regnen an. Nach etwa 3 Stunden und 1,5 km im Wald musste ich erschoepft und durchnaesst aufgeben, wenn ich noch vor Sonnenuntergang zum Camper zurueckkehren wollte.
Der Dolmen war so nah und doch so fern...
Am naechsten Tag wollte ich es noch einmal versuchen. Doch machte mir dann wieder das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung. Ich uebernachtete am Waldrand in meinem Camper. Als ich am naechsten Tag aufwachte regnete es in stroemen und die Raeder meines Campers standen zur Haelfte im Wasser. An eine erneute Expedition zum Dolmen war an diesem Tag nicht zu denken. Etwas frustriert fuhr ich die 250km wieder nach Hause.

An einem der naechsten Wochenenden wollte ich es noch einmal versuchen.

Am 4.Mai 2002, 2 Wochen spaeter, war es dann wieder soweit. Ich hatte endlich Zeit und der Wetterbericht verkuendete auch freundliche Meldungen fuer dieses Wochenende. Wieder reiste ich schon am Vortag an um gleich am Morgen aufbrechen zu koennen. Diesmal fand ich einen relativ guten Hiking-Trail, der zumindest Ansatzweise in die Richtung des Dolmens fuehrte. Nach einem Kilometer jedoch wurde auch dieser Weg vom Dichten Unterholz Nova Scotias verschlungen. Den Anweisungen des Geochaches folgend kaempfte ich mich durch das Gestruepp. Doch im Gegensatz zu meinem letzten Versuch vor zwei Wochen fand ich diesmal alle Hinweise, die auf der Geocache-Webseite erwaehnt waren um den Dolmen zu finden.
Das GPS zeigte an, dass ich in etwa ein Drittel des Weges hinter mir hatte. Und dennoch war ich schon total ausser Atem. Ich bin sicher nicht der ausdauerndste Wanderer aber der Weg zu diesem Dolmen hatte es in sich. Am anstrengensten war der letzte Kilometer. Es ging durch einen Sumpf und ueber eine maechtige Klippe. Nach drei Stunden und 5km war ich endlich am Dolmen. Hier also die ersten bilder im Internet ueber den "Sibley Rock" Dolmen von Nova Scotia:

Bitte klicken Sie auf ein Bild zum Vergroessern
und beachten Sie meine
Copyright Hinweise, die ich hier zusammengestellt habe.

{short description of image} Zu Beginn des Trails gibt es noch einen befestigten Weg...
{short description of image} ... aber schon bald verschluckt die kanadische Wildnis jeden erkennbaren Pfad und man ist auf ein GPS Geraet angewiesen.
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Nach etwa 3 Stunden wandern durch Wald, Sumpf, Gestruepp und etwas Kletterei ist man endlich am Dolmen. Der Dolmen befindet sich in einer natuerlichen Lichtung (Sumpfgebiet) im Wald und ruht auf einer Plattform von gigantischen, bearbeiteten (!) Steinen. Der Dolmen selbst ist in etwa zwei Meter hoch, drei Meter lang und zwei Meter breit.
{short description of image} Der Dachstein des Dolmen ruht auf drei kleineren Basissteinen und hat eine relativ prominente Spitze am noerdlichen Ende.
{short description of image} Hier ein zweiter Blick auf die drei Basissteine.
{short description of image} Bei dem kleinsten Basisstein kann man deutlich Bearbeitungsspuren erkennen.
{short description of image} Der Dolmen ist in Nord-Sued Richtung ausgerichtet. Die besagte Spitze des Dachsteins auf dem Bild zeigt haargenau nach Norden.
{short description of image} Hier der Dolmen von der anderen Seite.
{short description of image} Und hier aus suedlicher Richtung.
{short description of image} Am Suedlichen Ende des Dolmens liegt ein bearbeiteter Steinblock. Steht man auf diesem Stein ueberblickt man in der Diagonale den Dachstein von Sued nach Nord. Siehe naechstes Bild.

n Seite.

{short description of image} Wurde der Stein fuer astronomische Beobachtungen verwendet? Die exakte Nord-Sued ausrichtung des Dolmen und die Natuerliche Lichtung im Wald, sowie der "Beobachtungsstein" am suedlichen Ende des Dolmen lassen diese Vermutung als sehr wahrscheinlich erscheinen.
{short description of image} Hier das suedliche Ende des Steins. Auch hier kann man an den Ecken des Dolmens deutlich Bearbeitungsspuren erkennen. Der Dachstein wiegt nach meinen Schaetzungen etwa 25 Tonnen.
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In meinen Augen noch viel raetselhafter als der Dolmen selbst, ist die Plattform auf der der Stein ruht. Massive, bearbeitete Mega-Bloecke bilden die Plattform. Auf dem zweiten Bild kann man erkennen, dass die Blocke and den Kanten bearbeitet wurden, um eine rechteckige Form zu erhalten. Die maechtigen Steinbloecke der Plattform muessen mehrere hundert Tonnen wiegen. Auf dem zweiten Foto liegt eine Spielreflex-Kamera zum Groessenvergleich.
{short description of image} Hier die Bearbeitungsspuren deutlicher. Man kann eine bearbeitete Rille erkennen.
{short description of image} Wie schon erwaehnt liegt der Domen inmitten eines Sumpfgebiets. Hier der Blick vom Dolmen nach Sued-West.

Gedanken und weitere Infos zum Sibley Rock

Der Dachstein des Sibley Rocks wiegt geschaetzte 25 Tonnen. Das Felsgestein in Nova Scotia gehoert zu den geologisch aeltesten der Welt. Diese Gesteinsart kann man auf den Aeusseren Hebriden Inseln "Lewis und Harris" vor Schottland finden. Dort ist das Gestein als sog. Lewis-Gneis bekannt.
Der Sibley Rock Dolmen ist ein "klassischer" Dolmen. Vergleichen kann man ihn mit Dolmen aus Frankreich, England aber auch mit Asiatischen Dolmen, z.B. aus Korea.

Wer den Dolmen besuchen moechte, sollte eine gute Aussdauer haben. In den Sommermonaten ist eine Machete sehr nuetzlich. Ein GPS ist unbedingt erforderlich. Wer alleine unterwegs ist, sollte eine Trillerpfeife oder eine Signalrakete mit sich fuehren, da der Weg ueber Stock und Stein fuehrt und ein bischen Kletterei beinhaltet. Im Sommer ist ein sehr guter Mueckenschutz erforderlich. Es ist aber durchaus machbar, ich selbst bin wirklich kein erfahrener Wandersmann...
Hier die GPS-Koordinaten fuer den Weg (WGS84):
Einstieg zum Trail: N44 51.272, W063 32.545
Man kommt an eine Bruecke bei: N44 50.510, W063 32.402
Der Weg wird schmaeler und fuehrt an einem Vermessungsbalken vorbei bei: N44 50.460, W063 32.374
Man folgt einem sehr schmalen Pfad bis: N44 49.496, W063 32.177
Jetzt wird's schwierig, der Pfad verliert sich total: N44 49.496, W063 32.177, jetzt muss man sich selbst einen Weg suchen. Man muss durch ein Sumpfgebiet und ueber eine Klippe klettern. Dieses letzte Stueck ist nur etwa 500m lang, hat's aber in sich.
Man kommt nun an eine Lichtung: N44 49.560, W063 31.945
Jetzt kann man relativ leicht zum Stein gehen, die Koordinaten stehen oben auf der Seite.